WEC 6h of Spa Francorchamps 2016

Nach drei Tagen auf der Rennstrecke ist es Zeit alles einmal Revue passieren zu lassen. Viele Probleme bei den Teams, für die Ardennen untypisches Wetter und über 56.000 Fans – das WEC 6 Stundenrennen von Spa Francorchamps war aufregend! Spa ist meist ein Garant für Nervenkitzel und unerwartete Probleme, denn keine andere Strecke fordert Fahrer und Auto so wie die Achterbahn in den belgischen Ardennen.

Der Tag des Rennens startet mit strahlendem Sonnenschein, wie schon die beiden Tage zuvor ist keine Wolke am Himmel zu sehen – völlig unytpisch für Spa! Porsche holte sich an Tag zwei im Qualifying die Pole, aber wie heißt es so schön: von hinten kommt man einfacher nach vorne. Denn sechs Stunden an der Spitze zu fahren ist kein Leichtes, bei so starker Konkurrenz. Es ist 14 Uhr, langsam geht es los – die Probe für Le Mans. Der Grid schließt und die Fahrer stellen sich auf, die vollen Tribünen kochen. Selbstgeschriebene Plakate mit Herzen und Glückwünschen zieren die Tribünen. Man hat das Gefühl man ist bei der Formel 1 zu Zeiten von Michael Schumacher! Der GT Sport gewinnt immer mehr Fans, verständlicherweise! Hier laufen ja auch noch echte V8 Motoren, man riecht die Wagen und genießt den unverwechselbaren Sound. Le-Mans-Legende Allan McNish fährt das Safety Car und schickt die 34 Sportwagen auf die zwei sieben Kilometer langen Einführungsrunden. Darauf folgt ein fliegender Start ins sechsstündige Rennen!

Startfahrer LMP1:

#1: Brendon Hartley, #2: Marc Lieb, #6: Mike Conway, #8: Lucas di Grassi, #5: Sebastien Buemi, #7: Benoit Treluyer. #13 Alexandre Imperatori, #12 Nick Heidfeld, #4 James Rossiter

Startfahrer LMP2:

#26 G-Drive Rene Rast, #36 Alpine Nicolas Lapierre, #45 Manor Roberto Merhi, #38 G-Drive Giedo van der Garde, #44 Manor Will Stevens, #43 RGR Filipe Albuquerque, #37 SMP Witali Petrow, #31 Pipo Derani, #27 SMP Nic Minassian

Startfahrer GTE PRO:

#71 Sam Bird, #51 Gimmi Bruni, #97 Richie Stanaway, #66 Olivier Pla, #67 Marino Franchitti, #95 Marco Sörensen, #77 Richard Lietz

– Gentlemen, Start Your Engines! –
Porsche verteidigt die Doppelführung, Audi überholt auf der Kemmel die High Downforce. Auf geht´s, die WEC 6h von Spa Francorchamps haben begonnen! In der Klasse LMP2 gibt es schon nach 10 Minuten die ersten Kabbeleien auf dem Weg zu Eau Rouge, Witali Petrow (SMP) und Roberto Merhi (Manor). Petrow bringt den BR01 in die Box. Ein Paar Minuten später und die zweite Kollision in Les Combes. Pipo Derani (ESM-Ligier) und Nelson (Signatech Alpine) kommen sich in die Quere, ein kurzer Dreher und es geht für die Beiden weiter.

Ferrari ist unglaublich stark in der GTE PRO, der neue 488 GTE legt eine fehlerfreie Performance hin und schon nach drei Runden haben die Ferraris an der Spitze 6 Sekunden Vorsprung auf den Aston Martin von Richie Stanaway! Schon geht es mit dem Überrunden los, auch in der GTE AM zeigt sich Ferrar stark und Rui Aguas fährt im AF Corse 458 GTE schon vor den PRO-Fahrzeugen! Bei Porsche hingegen hat Marc Lieb mit Antriebsschwierigkeiten zu kämpfen, sein Hybrid-Boost ist weg – was ein Desaster für Porsche…! Eben habe ich noch von Rui Aguas im 458 gesprochen, da macht der Führende der GTE Am einen Fehler und dreht den nicht in seiner Klasse fahrenden Ford GT von Olivier Pla in Les Combes um. Die Führung übernimmt nun der Aston Martin mit Lamy am Steuer. Pla im Ford GT braucht einige Zeit, bis es wieder losgeht.

Wo wird gerade bei Kollisionen sind, es ist keine Stunde vergangen schon geht es weiter: Mike Conway fährt einen der SMP-BR01 über den Haufen, scheinbar hat der den Audi von Lucas di Grassi übersehen. Die Nummer #37 lag schon hoffnungslos nach der Kollision zu Beginn der Rennens und anschließendem Reifenschaden zurück. Nummer #6 braucht erstmal eine neue Nase…! Und da gibt es auch prompt noch eine Durchfahrsstrafe für die #6, einmal muss Mike Conway nun zur Strafe durch die Box fahren. Es gibt aber auch nach all dem Ärgr erfreuliche Nachrichten für Toyota. Nachdem Boxenstopp geht Toyota in Führung…

Nach einer Stunde sehen die Klassenführenden wie folgt aus:
1. #5 Toyota Gazoo Racing – LMP1
10. #26 G-Drive (Ligier) – LMP2
20. #71 AF Corse (Ferrari) – GTE Pro
23. #98 Aston Martin Racing – GTE Am

Ärger im Paradies für “mein” Team – alle drei Aston Martin Vantage GTE sind für zu schnelles Fahren in der Boxengasse gemeldet worden, wenn es da Mal keine Strafen hagelt…! Bernhard hat einen Reifenschaden und Porsche verliert somit beide Autos aus dem Kampf um den Sieg. Gut Aussichten für Toyota. Webber steigt nach de Reifenwechsel in die Nummer #1, aber auch ihn ereilt nach ein Paar Runden das gleiche Schicksal. Mit dem linken Vorderreifen will es nicht so richtig klappen – zweiter Reifenplatzer bei Porsche! Bei Audi ist auch was los, Wagen #7 wird in die Box geschoben… Porsche #1 und Audi #7 stehen nun in der Box! Ein riesiger Schreck für mich, Wagen #95 hat einen Unfall. Der Aston Martin, den meine liebsten Fahrer steuern. Nicki Thiim auch noch am Steuer! FCY! Der G-Drive-Gibson wusste wohl nicht, wie man die Stavelot korrekt fährt! Nicki schlägt rückwärtig ein und überschlägt sich zweimal! Gottseidank kann er unverseht aussteigen und hat keine Verletzungen davongetragen!

Es herrscht immernoch FCY, aber Nummer #7 verlässt die Box wieder. Aston Martin kann zumindest was die Strafen bezüglich des Tempos in der Boxengasse angeht aufatmen. Die Untersuchungen sind auf technische Probleme seitens der Organisation zurückzuführen. Endlich wissen wir was bei #1 und #7 der Grund für den Besuch in der Box war. Sowohl #1 als auch #7 haben Probleme im Bereich des Unterbodens. Der Schaden beim Porsche ist der Grund für die zwei Reifenschäden. Am Audi #7 hat es Vibrationen gegeben und der Unterboden an der Front des R18 musste gewechselt werden.

Das Rennen entwickelt sich für Porsche immer mehr zum totalen Desaster. Hartley steht schon wieder an der Box, diesmal ist es ein Problem am vorderen Getriebe!Simon Dolan muss im #38 G-Drive Gibson eine zweiminütige Strafe für den Abschuss von Nicki Thiim absitzen – richtig so! Die Larbre-Corvette mit der Nummer #50 und der #77 Proton-Porsche müssen Durchfahrtsstrafen wegen Track Limits absitzen. Die #7 ist übrigens schon wieder auf dem Weg in die Box… Wieder eine kurze FCY Phase, der Porsche von Gulf Racing #86 und der Ferrari #83 aus der GTE AM haben sich getroffe, jetzt müssen die Trümmerteile weg.

Halbzeit in Spa, so sehen die Klassenführungen nach 3 Stunden aus:
1. #5 Toyota Gazoo Racing – LMP1
7. #44 Manor (Oreca) – LMP2
20. #51 AF Corse (Ferrari) – GTE Pro
26. #98 Aston Martin Racing – GTE Am

Sebastien Buemi freut sich sichtlich über die Führung von Toyota. In La Source gab es derweil den nächsten Unfall, Marcel Fässler hat Stephane Richelmi elegant umgedreht. Nach Porsche und Audi trifft es nun auch Toyota, die #6 mit Kamui Kabayashi am Steuer wird mit Beschädigung an die Box zurückgeschoben. Wie auch der Porsche und Audi hat der Toyota Nummer #6 einen Unterbodenschaden und in Folge dessen ein Ölleck. Der Toyota geht wieder raus, nach nur einer Runde muss er wieder in die Box – das war es wohl mit dem Podium. Hier in Spa hat die Rennleitung diesmal ordentlich zutun, es hangelt Strafen: #7 Audi für die Kollision mit dem Alpine, #35 DC-Alpine für den Gebrauch von zwei Schlagschraubern beim Stopp, #83 AF Corse für Track Limits (2. Mal) und #66 Ford für Track Limits. Ordentlich Action hier in Spa! ;)

Wunder gibt es immer wieder! Nach 100 Minuten Boxenstopp ist der Porsche mit der Nummer #1 zurück im Feld! Manor hat Probleme, Tor Graves dreht sich auf der Höhe Bruxelles-Rivage. Bremsstaub aus dem linken Vorderreifen läst darauf schließen, das die linke Bremsscheibe explodiert ist. Toyota Nummer #6 ist offiziell raus, Grund sind Elektronikprobleme. Nächster Schock für Toyota, die Nummer #5 raucht. Er muss in die Box, Audi Nummer #8 übernimmt nun die Führung! Auch in der GTE PRO gibt es Probleme, Stefan Mücke muss seinen Ford GT mit der Nummer #66 in die Box bringen. Doppelausfall für Toyota – der Worst Case ist eingetreten. Audi übernimmt also eindeutig die Führung. In der GTE PRO hat Ferrari alles im Griff, in der GTE PRO sieht es für Aston Martin Racing gut aus. Aufatmen bei Ford, die #66 geht wieder auf die Strecke!

Nach dem Totalausfall von Toyota gibt es nun beim Audi #8 Probleme mit der Telemetrie. Kaum ist die #66 wieder auf der Strecke gibt es einen riesigen Crash, Wagen Nummer #21 mit Stefan Mücke schlägt in Eau Rouge ein. Leider ist der Grund nicht direkt ersichtlich. Reifenplatzer oder Fahrfehler – wer weiß. Gottseidank geht es Mücke bis auf Schmerzen am Bein gut, denn das ist die Hauptsache. Eau Rouge gleicht einem Trümmerfeld. Die erste Safety Car Phase in diesem Rennen. Fünf Stunden sind um, in drei Stunden kann noch viel passieren. Audi #8 geht in die Box – großes Rätselraten: Was ist bei Audi los? Und zack geht der Audi wieder auf die Strecke – gottseidank. RESTART 42 Minuten vor Ende! In der GTE AM ist der Ferrari 458 wieder in Führung, dicht gefolgt von Lamy im Aston Martin.

Lamy übernimmt wieder die Führung und es sieht gut aus für Aston Martin in der GTE AM den Sieg einzufahren! Fingers are crossed! An der Front der GTE PRO ist es ruhig, Ferrari dreht sicher Runde für Runde. Audi #7 hatte einen Unfall in La Source. James Calabo kommen die Tränen, er muss mit seinem verrauchten Ferrari zurück in die Box. Zur gleichen Zeit steht die Nummer #35 DC-Alpine mit Reifenschaden neben der Strecke und kommt nicht zurück an die Box. Toyota is back! Das Team will versuchen mit der Nummer #5 die Zielflagge zu erreichen – was ein Kampfgeist! Der Toyota muss komplett eltrisch fahren, aber immerhon würde dies noch ein Paar Punkte bringen.

Chequered Flag Lucas di Grassi, Loic Duval und Oliver Jarvis gewinnen die WEC 6 Stunden von Spa-Francorchamps! Es ist der erste WEC-Sieg für di Grassi und Jarvis! Aston Martin #98 ist als Sieger der GTE AM durch, in der GTE PRO gewinnt Ferrari gefolgt vom Ford GT. Brendon Hartley kommt tatächlich in Wertung, er fährt genau die 112 Runden, die er gebraucht hat! Auch Toyota #5 fährt eine komplette Runde rein elektrisch! Zwölf Punkte für die Herstellerwertung und Platz vier in der LMP1-Herstellerwertung! Glück im Unglück – gut gemacht!

Und so sah es zum Schluss aus:

LMP1
1. Audi Sport Team Joest #8
2. Porsche Team #2
3. Rebellion Racing #13 (1. LMP1 non-hybrid)

LMP2
1. Signatech Alpine #36
2. Extreme Speed Motorsports #31
3. Manor #45

GTE Pro
1. AF Corse #51
2. Ford Chip Ganassi Racing #67
3. Aston Martin Racing #97

GTE Am
1. Aston Martin Racing #98
2. AF Corse #83
3. Larbre Competition #50

Ein aufregendes Rennen mit unerwarteten Problemen, gottseidank ohne Verletzte und einem wohlverdienten Feierabend für die Fahrer und Teams! Das nächste WEC Renne ist Le Mans. Spa so sagen viele ist die Probe für das “große” Rennen in Frankreich Ende Juni. Dan heißt es wieder: Gentlemen, Start Your Engines!

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Images © Aston Martin & Audi Motosport via newspress.co.uk
Caroline

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